2.4.4 Standortbereiche für besondere Entwicklungen (BE)

Ziel

(135) An den Standortbereichen für besondere Entwicklungen (BE) sollen in Zukunftswerkstätten die baulichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für innovatives Handeln im wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Bereich geschaffen werden. Ansatzpunkte hierfür sind die von der Kommission IndustrieKultur Saar ermittelten Zukunftsstandorte, die sich in der Kernzone des Ver-dichtungsraumes befinden, in dem sich die wirtschaftliche Entwicklung des Saarlandes auf der Grundlage der heimischen Steinkohlevorkommen vollzogen hat.

Zukunftsstandorte sollen in ihrer wirtschaftlichen Funktionsbestimmung und in ihrer landschaftlich-architektonischen Gestaltung herausragen und nach Möglichkeit im grenzüberschreitenden Verbund zusammen mit der Nachbarregion Lothringen entwickelt werden.

Folgende Standortbereiche für besondere Entwicklungen sind zu erhalten bzw. zu entwickeln:

Begründung / Erläuterungen

(136) Die Kommission Industriekultur hat im Jahr 2000 ein Konzept entwickelt. Daraus geht hervor, dass es Ziel der Landesregierung ist, die Industriekultur in Zukunft weit mehr als bisher in den Mittelpunkt der Kulturpolitik und der Wirtschaftspolitik zu rücken. Im Umfeld der sehr spezifischen Faszination industriekultureller Denkmäler soll, schon wegen der hohen Erhaltungskosten der meist technischen Denkmäler, im Sinne wirtschaftlich orientierter Standortentwicklung gedacht werden. Industriekultur zeugt von einer großen Vergangenheit und wirkt in diesem Sinne anregend in die Zukunft. In ihrem Umfeld sollen Erlebnisschauplätze entstehen, die vielfältig entwickelt werden sollen, wobei zunächst der Schwerpunkt auf vier interessanten Standortbereichen liegt. In die Konzeptfindung sollen alle Ideen und Projekte einfließen, die es im Sinne einer integrierten Planung im Bereich Industriekulturstandorte schon gibt. Das Projekt soll grenzüberschreitend ausgestaltet werden, wobei das Zukunftsprogramm Rosseltal als verbindendes Entwicklungselement dienen soll.

(137) An den Standortbereichen für besondere Entwicklungen sollen Forschung, Entwicklung und deren Umnutzung in neuen Unternehmen zusammengeführt werden und zugleich Kulturschaffenden von der Architektur und der bildenden Kunst bis hin zur Musik eine Projektionsfläche für neue Experimente bieten. Dabei soll dem Trend der Vernachlässigung, Beschädigung und Zerstörung von Zeitzeugen der Kulturlandschaft entgegengewirkt werden, damit diese künftigen Generationen weitergegeben werden können. So sollen durch den Bergbau gebildete, industrielle Kulturlandschaften und Kulturdenkmäler (wie z.B. Grubenstandorte, bergbauliche Anlagen, Absinkweiher, Halden, Bergbaukolonien) an ausgewählten Standorten erhalten bleiben, da sie ein eindrucksvolles Zeugnis der industriellen Entwicklung im Verdichtungsraum Saar wiedergeben. Unterstützend und zugleich mit zusätzlicher Beschäftigungswirkung soll auf dieser Grundlage ein neues touristisches Segment für Kultur- und Städtereisen entwickelt werden, das sich deutlich vom herkömmlichen Fremdenverkehr im Saarland abhebt. Die vier Standortbereiche sollen nach Möglichkeit in den zu entwickelnden Regionalpark integriert werden.